SchülerInnen Projekt Gymn Sylt

Schüler:innen des Sylter Gymnasiums bei der Eröffnungsfeier. Sie hatten gemeinsam mit den Arolsen Archives Lebenswege von Verfolgten rekonstruiert

(Arolsen Archives / Foto: Nicole Lorentz)

Ausstellung in Westerland

24.08.2026

Noch bis zum 4. Oktober 2026 erinnert im Rathauspark Westerland die Ausstellung #StolenMemory auf Sylt unter anderem an Max Feddersen aus Sylt, der bei der Bombardierung der "Cap Arcona" ums Leben kam. Die Arolsen Archives präsentieren die Plakate gemeinsam mit dem Arbeitskreis Erinnerungskultur Nationalsozialismus und mit Unterstützung der Gemeinde Sylt.

In der Veranstaltungsankündigung heißt es:
Ein Ehering, eine Taschenuhr mit Kette: Es sind persönliche Gegenstände, die Max Feddersen bei sich trägt, als ihn die Nationalsozialisten im August 1944 verhaften. Wenige Tage später deportieren sie den Sylter in das Konzentrationslager Neuengamme und nehmen ihm diese Dinge ab. Eine Ausstellung in Westerland erinnert an den Sylter und weitere Opfer der Nazis.
Auf einem der Plakate sind der Ring und die Taschenuhr von Max Feddersen zu sehen: Die Ausstellungsplakate stellen persönliche Gegenstände ehemaliger KZ-Häftlinge in den Mittelpunkt – sogenannte Effekten, die den Menschen bei ihrer Inhaftierung abgenommen wurden. Ziel von #StolenMemory ist es, diese Gegenstände an die Familien der früheren Besitzer*innen zurückzugeben.

Max Feddersen arbeitete bei der Sylter Kleinbahn, war SPD-Mitglied und für kurze Zeit im Gemeinderat in Westerland. Am 22. August 1944 wurde er  im Rahmen der sogenannten „Aktion Gewitter“ verhaftet. Mit dieser deutschlandweiten Verhaftungswelle reagierten die Nationalsozialisten auf das Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler. Die Aktion richtete sich gegen ehemalige Funktionär*innen der Parteien der Weimarer Republik.
Fünf Tage nach seiner Verhaftung deportierten die Nationalsozialisten Max Feddersen in das Konzentrationslager Neuengamme. Dort erhielt er die Häftlingsnummer 43290.
Nach der Räumung des KZ Neuengamme im April 1945 kam Max Feddersen auf die „Cap Arcona“. Am 3. Mai 1945 griff die britische Luftwaffe das Schiff irrtümlich an, tausende KZ-Häftlinge starben in der Lübecker Bucht. Auch Max Feddersen kam infolge des Angriffs ums Leben. Sein Leichnam ließ sich später anhand seiner Häftlingsnummer identifizieren.

Zur Erinnerungsarbeit auf Sylt gehört auch ein Projekt mit dem Sylter Gymnasium: Im Mai 2026 rekonstruierten Schüler*innen gemeinsam mit den Arolsen Archives die Lebenswege von Inselbewohnenden, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Auch die Biografie von Max Feddersen war Teil dieser Arbeit. Die Schüler*innen präsentierten ihre Recherchen bei der Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung am 5. Juni und übergaben das Plakat zu Max Feddersen an seine Angehörigen.

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(Quelle: Arolsen Archives)